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60 Jahre NATO - kein Grund zum Feiern?

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In diesem Artikel möchte ich das Thema NATO erörtern. Anlass ist der 60. Geburtstag der NATO in diesem Jahr. Daher kam es auch zu einer Reihe von Protesten, vor allem in Frankreich und Deutschland. Ich werde hierbei versuchen zu erklären was genau die NATO ist, wie sie entstanden ist und warum sie so stark in der Kritik steht.

Was ist die NATO?

Das Akronym NATO steht für North Atlantic Treaty Organization, was auf deutsch in etwa Nordatlantikpakt-Organistation bedeutet. Sie ist eine militärische Allianz, die am 4. April 1949 durch den Nordatlantikpakt gegründet worden ist. Das Hauptquatier der NATO befindet sich in Brüssel in Belgien.

Welche Länder sind dabei?

An der NATO sind eine Reihe von verschiedenen Ländern beteiligt. Eigentlich lassen sich die Mitgliedsstaaten schon ein bisschen über den Namen der Organisatioin erraten: Ursprünglich war die NATO eine Allianz von Staaten nahe dem Nordatlantik. Die zwölf Gründungsmitglieder sind: Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Großbritannien und die USA.

Über die Jahre weitete sich die NATO jedoch immer weiter aus: Beispielsweise trat Westdeutschland 1955 der NATO bei. Die Länder, die erst nach der Gründung der NATO beigetreten sind, sind chronologisch Folgende: Griechenland (1952),Türkei (1952), Westdeutschland (1955), Spanien (1982), Tschechische Republik (1999), Ungarn (1999), Polen (1999), Bulgarien (2004), Estland (2004), Lettland (2004), Litauen (2004), Rumänien (2004), Slovakische Republik (2004), Slovenien (2004), Albanien (2009), Kroatien (2009).

Wie man erkennen kann fand vor allem in den letzten Jahren eine starke Entwicklung der Mitgliederzahlen statt. Ähnlich wie in der EU fand eine Osterweiterung der NATO statt. Diese Entwicklung ist erst durch das Ende des kalten Krieges durch den Mauerfall in der DDR möglich geworden.

Eine kurze Geschichte der NATO

Am Anfang, also nach der Gründung im Jahr 1949, war die NATO noch nicht viel mehr als eine politische Organisation. Erst der koreanische Krieg beginnend im Jahr 1950, zwischen dem pseudo-kommunistischem Norden und dem pseudo-demokratischen Süden, gab den Ausschlag zu einer Militarisierung der NATO. Die US-Amerikaner begannen mit dem Aufbau einer militärischen Struktur innerhalb der NATO. Das selbsterklärte Ziel der NATO wurde damals durch den ersten NATO-Generalsekretär ausgegeben: “Die Russen draußen behalten, die Amerikaner drinne behalten und die Deutschen unten behalten”.

Diese Aussage zeugt schon von den damaligen Zuständen, die zum einen noch durch den zweiten Weltkrieg beeinflusst worden sind und zum anderen bereits durch den entstehenden Konflikt zwischen den USA und der UdSSR, als Vertreter von Kapitalismus und Kommunismus, geprägt worden sind.

Aufgrund zu geringen Vertrauens in die NATO und den Unterschieden zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten und den USA kam es immer wieder zu internen Konflikten und Streitigkeiten. Dies führte beispielsweise zum Ausstieg Frankreichs aus der NATO im Jahr 1966, obwohl es Gründungsmitglied war.

Der Kalte Krieg

Die weitere Geschichte der NATO ist, wie oben schon geschrieben, vor allem durch den “waffenlosen” Konflikt der USA und der UdSSR, bekannt als der kalte Krieg gekennzeichnet. Es kam nie zu einer direkten militärischen Konfrontation der beiden Parteien. Dennoch gab es eine Reihe von Stellvertreterkriegen, bei dem die Parteien jeweils verschiedene Länder, die sich im Krieg miteinander befanden, wirtschaftlich unterstützen.

Aufgrund des großen Einflusse des der USA in der NATO spiegelte sich die US-Politik in der NATO-Politik wieder. Somit wurde die NATO zu dem Militärbündnis des Westens, welches immer im Konflikt mit dem Militärbündnis der östlichen Staaten, dem Warschauer Pakt unter der Führung der UdSSR, stand.

Nach dem kalten Krieg

Erst mit den politischen Ereignissen, die zum Fall der Beliner Mauer und letztendlich zur Auflösung der UdSSR führten, veränderte sich die Position der NATO. Die Kommunikation mit den damaligen “Ost-Staaten” verbesserte sich und es setzte ein neues Denken ein, bei dem die Welt nicht mehr in Ost und West unterteilt wurde. Dies hatte dann die Erweiterungen der letzten Jahre zur Folge, bei der auch osteuropäische Staaten Mitglieder in der NATO wurden.

Neue Herausforderungen

Mit den Terrorattacken am 11. September 2001 änderte sich auch die Sicherheitspolitik der NATO. NATO Truppen sind beispielsweise in Afghanistan eingesetzt worden. Zudem wurden Polizei- und Militär-Ausbilder in den Irak geschickt, um die dortige Lage zu verbessern.

Zusammenarbeit mit der EU

Durch die Berlin Plus Vereinbarungen im Jahr 2002 ist eine engere Zusammenarbeit zwischen NATO und EU möglich geworden. Würde die NATO beispielsweise einen militärischen Einsatz verweigern, dürfte die EU dann auf eigene Faust handeln und die Ressourcen der NATO nutzen.

Militärische und politische Macht der NATO

Die militärischen Ausgaben der NATO-Mitgliedsstaaten umfassen rund 70% der militärischen Ausgaben der gesamten Welt. Dies zeugt eindeutig von der militärischen Macht der NATO, die somit das einflussreichste Militärbündnis der Welt ist. Mit dieser militärischen Macht kommt daher auch eine große politische Macht. Die politische Macht liegt dabei vor allem bei den USA, die weiterhin einen sehr großen Einfluss in der NATO haben und der EU, deren Mitgliedsstaaten zu einem großen Teil mit den Mitgliedsstaaten der NATO übereinstimmen.

Grundsätze der NATO

Ein wichtiger Grundsatz der NATO ist der des Verteidigungsfalles. Wird ein Mitgliedsstaat von einem anderen Land angegriffen tritt dieser Verteidigungsfall ein: Die NATO-Staaten müssen das angegriffene Land (militärisch) unterstützen. Ein Problem stellten daher beispielsweise die Terrorangriffe dar, da diese theoretisch nicht von einem Land, sondern von einzelnen Personen ausgehen. Nichtsdestotroz zeigten die meisten NATO-Staaten Solidarität mit den USA nach den Angriffen vom 11. September.

Warum steht die NATO in der Kritik?

Es gibt verschiedene Punkte bei denen man an der NATO Kritik üben kann. Hauptkritikpunkt ist wohl einfach, dass die NATO eine mächtige militärische Organisation ist. Dies widerstrebt vor allem pazifistisch gesinnten Personen. Diese fordern die Lösung von Konflikten durch Verhandlungen, zum Beispiel über die UNO, und nicht durch militärische Operationen.

Die NATO wüde zudem die Gleichheit unter den Staaten einschränken. Denn die Mitgliedsschaft in der NATO bietet einem Land einen erweiterten Einflussbereich, allein schon durch die militärische und politische Macht, welche die NATO repräsentiert.
Zudem sind im Spezifischen bestimmte NATO-Einsätze in der Kritik, wie zum Beispiel der Balkaneinsatz, der von manchen als nicht gerechtfertigt angesehen wird.

Ich persönlich halte den starken Antagonismus gegenüber der NATO für leicht übertrieben. Gerade in Frankreich kam es ja zu starken Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Zum Einen wegen dem Jubliläum der NATO und zum Anderen wegen dem vollständigen Wiedereintritt Frankreichs in die NATO in diesem Jahr. Dazu hier ein Video:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=DcuO3phax0s&feature=bz302[/youtube]

Was haltet ihr noch von der NATO? Welche Kritikpunkte gibt es noch, die ich nicht genannt habe? Was haltet ihr von der Reaktion zum NATO-Jubliäum?

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08.April.2009, Autor: Matze 
Tags: 60, auseinandersetzung, jubiläum, kalter, konflikte, krieg, kritik, nato, protest, straßburg

Eine Antwort to “60 Jahre NATO - kein Grund zum Feiern?”

  1. Arnold Dierks
    April 5th, 2010 at 20:30

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin der Meinung, daß man aus Afganistan alle ausländieschen Verbände abziehen sollte und die Grenzen rundherum dicht machen, so da0 kein Im und Export mehr stattfinden kann. Ich sehe nicht ein, daß unsere Soldaten wegen deren unsicheren Lage dort ihre Lebensgefahr dort einsetzen.
    Wenn die mit Ihrer Struktur nicht klar kommen, sollen die doch selber sehen wie sie mit ihr fertig werden.


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