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Blogging no goes: Gibt es eine Blogger-Ethik?

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Blogging no goes: Gibt es eine Blogger Ethik?

Bild von stephenccwu

Im vierten und letzten Teil meiner Artikelserie “Blogging no goes” möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob es eine Blogger-Ethik gibt. Existieren also moralische Grundsätze, nach denen ein Blogger handeln sollte?

Kann man eine allgemeingültige Ethik überhaupt postulieren?

Ich bin der Auffassung, dass man keine allgemeingültige Blogger-Ethik postulieren kann. Jeder muss das tun und lassen, was er selbst für richtig hält. Die eigenen Aktionen sollten dabe immer im Sinne der eigenen Lebenserfahrung vertretbar sein. Die Frage nach der Blogger-Ethik, kann  daher jeder nur für sich selbst beantworten. Dennoch existiert ein gewisser gesellschaftlicher Konsens darüber, welche Aktionen vertretbar sind, und was man auf keinen Fall tun sollte. Es existieren also einige no goes, die man im jeden Fall vermeiden sollte.

Welche Punkte halte ich für wichtig?

Es gibt einige Konventionen in der Blogosphäre, die meiner Meinung nach zum guten Ton gehören und die man beachten sollte. Was man meiner Meinung nach auf keinen Fall tun sollte:

  1. Linkgeiz: In den letzten Jahren hat es einen sehr starken Rückgang in der Verlinkung innerhalb der deutschen Blogosphäre gegeben. Woran das liegt? Vielleicht haben manche die zunehmende Fokusierung auf SEO zu Ernst genommen! Oder die Blogosphäre ist so groß geworden, dass weniger freundschaftliche Beziehungen bestehen und andere Blogs eher als Konkurrenz angesehen werden. “Ich verlinke lieber gar keine anderen Blogs, bevor meine User abwandern!”, könnte beispielsweise so mancher Blogger denken. Eine geringe Verlinkung ist aber für Alle schlecht und sollte daher unbedingt vermieden werden. Der Beliebtheit ist dies nämlich auch nicht unbedingt zuträglich.
  2. Nur auf eigene Faust handeln: Die Blogosphäre lebt von der Interaktion zwischen den Blogs. Wie in der Physik sollte hier actio = reactio gelten. Das heißt: Im Idealfall berichtet ein Blog über ein Thema und ein anderer Blog greift dieses Thema auf, entwickelt es weiter oder reagiert auf die aufgestellten Thesen mit seiner eigenen Meinung. Handelt man allerdings nur auf eigene Faust führt dies dazu, dass man nicht sehr bekannt wird. Zudem gibt man auf diese Weise neuen Blogs keinerlei Chancen dazu, an Bekanntheit zu gewinnen. Gute Artikel sollten also mit einer Reaktion darauf belohnt werden – allein der Fairness halber.
  3. Keine Teilnahme an Blogger-Aktionen: Auch bei Blogger-Aktionen geht es um eine bessere Vernetzung innerhalb der Blogosphäre. Nimmt man an diesen überhaupt nicht teil, grenzt man sich von den anderen Blogs ab und wird zum Außenseiter. Zudem nimmt man den Blogs, welche die jeweilige Aktion ins Leben gerufen haben die Chance, bekannter zu werden, wenn man nicht partizipiert.
  4. Herziehen über andere Blogs: Kritik ist ein wichtiger Bestanteil des echten Lebens, sowie der Blogosphäre. Denn nur durch Kritik kann man besser werden. Mit der Kritik sollte es aber nicht übertrieben werden, so dass andere Blogs heruntergezogen werden. Denn dies wäre, allein schon im Anbetracht des Aufwandes, den das Bloggen kostet, respektlos. Die Blogosphäre sollte eine freundlich gesinnte Gemeinschaft sein, in der man sich gegenseitig unterstützt. Das heißt nicht, dass man Alles schönreden sollte. Ganz im Gegenteil! Aber grundlose Kritik und Heruntermachen von konkurrierenden Blogs ist definitiv fehl am Platz.
  5. Keine Verantwortung gegenüber der eigenen Meinung: Gerade bei sehr populären Blogs ist es oft der Fall, dass diese inhaltlich abflachen. Oft wird nur noch über massentaugliche Themen berichtet und die Einflussnahme der eigenen Meinung nimmt ab, um potentielle Leser nicht abzuschrecken. Ich denke jedoch, dass die eigene Meinung ein Grundpfeiler eines Blogs sein sollte, da nur so eine Identität entwickelt werden kann. Zudem sehe ich auch eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung: Wenn es wichtige Themen in unserer Gesellschaft gibt, sollte man diese auch einmal ansprechen, egal ob das jeweilige Thema perfekt in die eigene Nische passt. Daher besteht für einen Blogger eine Verantwortung gegenüber der eigenen Meinung.
  6. Geldgier: Die Monetarisierung von Blogs nimmt immer mehr zu. Dadurch besteht die Gefahr einer Kommerzialisierung. Womöglich geht es irgendwann nicht mehr darum durch das Bloggen andere Leute zu informieren, seine Meinung zu äußern und mit anderen zu diskutieren! Stattdessen wird nur noch darüber geblogt, was das meiste Geld bringt. Gerade an dem Verkauf vieler populärer Blogs kann man sehen, dass dieser Prozess stattgefunden hat und das Blogs nicht mehr unbedingt etwas Persönliches sind, sondern teilweise zu Geldmaschinen geworden sind. Ich meine damit nicht, dass eine Monetarisierung generell schlecht. Ich finde, dass sie einen guten Anreiz zum Bloggen bietet, beziehungsweise eine Entschädigung für den Zeitaufwand beim Bloggen bietet. Man sollte es jedoch damit nicht zu weit treiben: Es sollte um mehr als Geld gehen.
  7. Black Hat SEO-Maßnahmen: Leider gibt es immer Leute, die auf unlauterem Weg versuchen, ihre SERP-Position zu verbessern beziehungsweise ihre Statistiken aufzupolieren. Das kommt bei keinem gut an, da es einfach unfair gegenüber allen anderen Bloggern ist. Besonders ein Link-Spam über einfallslose Kommentare, die nur für die Backlinks geschrieben werden, dürfte für die meisten Blogger ein Dorn im Auge sein.

Wie seht ihr das Ganze?

Jetzt seid ihr gefragt! Wie gesagt: Dies waren nur einige Punkte, die ich für wichtig halte und von denen ich wünschen würde, dass sie von allen anderen Bloggern beachtet werden würden. Was sind allerdings eure Meinungen? Wie sieht eure persönliche Blogger-Ethik aus? Was sollte man auf keinen Fall machen? Handelt ihr bereits nach einigen Punkten, die ich aufgeführt habe?

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11.Mai.2009, Autor: Matze 
Tags: 7, blogger, blogging, eigene, ethik, geldgier, gesellschaft, goes, meinung, no, popularität, punkte, verantwortung

13 Antworten to “Blogging no goes: Gibt es eine Blogger-Ethik?”

  1. Julia Stern
    Mai 11th, 2009 at 09:11

    Allgemeine Regeln, die eingehalten werden müssen gibt es da wirklich nicht. Dennoch gibt es einige Punkte (wie Du sie ja auch schon genannt hast), die von den Bloggern (freiwillig) eingehalten werden sollten.

    Grüße
    Julia


  2. Peter
    Mai 11th, 2009 at 09:20

    Ich sehe es so.

    An Blog Aktionen teilnehmen. Ja wenn diese gerade zu mein Blog passen. Wenn aber wie leider so oft fast immer die gleichen Fragen gestellt werden, braucht sich keine zu wundern wenn die Zahl der Teilnehmer recht gering ist.

    Abflachung von Themen wegen Geld. Diese Entwicklung sehe ich durchaus. Manche Blog die fast nur auf Einnahmen aus sind, berichten zu 100% nur noch von Themen wo sie glauben eine Menge User zu bekommen. Meist wird dann noch Stolz berichtet das bei ein Blog zum Thema SEO ein Artikel über irgendein Sternchen mit weit über 1000 Besucher am Tag belohnt würde.

    Das so ein Vorgehen auch in Bezug auf dauerhaften Einnahmen eher schädlich ist, begreifen viele nicht.

    Klar sollte ein Fokus darauf gelegt werden über Themen zu berichten, die möglichst viele Interessen. Dies mache ich auch. Trotzdem erlaube ich mich durchaus manche Artikel zu veröffentlichen wo ich meine Meinung kundtue und dies nicht gerade massen tauglich ist. Sicherlich bekomme ich vielleicht für diesen Artikel weniger Besucher, aber Who cares?

    Es geht auch um eine Stück Glaubwürdigkeit!

    Sorry für mein lange Kommentar.


  3. Andy
    Mai 11th, 2009 at 09:47

    Für mich spielt Ethik beim Blogge eine sehr große Rolle. Wie auch im öffentlichen Leben.

    Den von Euch aufgeführten Punkte stimme ich voll zu.

    Was ich auch sehr bemängle in der Deutschen Bloggerszene idt die nachlassende Vernetzung untereinander. Die Gründe hierfür sind mich schleierhaft. Vielleicht ist es echt die gefürchtete Konkurrenz?!

    Aber sind wir doch mal ehrlich. Warum Konkurrenz? Ich denke wir provitieren doch alle davon und das Abwandern der Leser muss wirklich keiner befürchten. Soll doch jeder mal sein Verhalten analysieren. Ich habe noch keinen Blog aus dem Reader entfernt nur weil er zuviel verlinkt hat;-)


  4. gentle.rocker
    Mai 11th, 2009 at 11:30

    Ich finde die aufgelisteten Punkte recht umfassen und einleuchtend. Nach knapp zwei Jahren Bloggerei habe ich mich auch ein wenig mit der Szene vertraut gemacht und kann vieles Nachvollziehen, was Du beschrieben hast. An einer Blog-Aktion habe ich bisher noch kaum teilgenommen, werde aber demnächst auch etwas aktiver. Mir ist es als Amateur aufgefallen, dass es recht schwierig ist, sich in dem Blogger-Netzwerk zügig zurechtzufinden. Die Partizipation (sprich: alleine schon Kommentare schreiben) lässt häufig zu Wünschen übrig, was ich aber auch teils verstehen kann; dies ist gleichzeitig mein Hauptpunkt: es dauert ewig, bis man auf seinem Blog Feedback bekommt. Aber wer weiß, vielleicht müssen sich die User, die vielleicht noch nicht so sehr mit der Materie vertraut sind, erst noch an die neuen Formate gewöhnen, um später aktiver zu werden


  5. Julia Stern
    Mai 11th, 2009 at 12:41

    @Andy: Da kann ich Dir nur zustimmen, inn der deutschen Bloggerszene wird recht wenig untereinander verlinkt. Zum einen wohl, wie Du schon geschrieben hast aus Konkurrenzangst, Linkgeiz usw. Da gibt es glaube ich viele Gründe.


  6. nastorseriessix
    Mai 11th, 2009 at 14:26

    So eine Art Bloggercodex wäre vielleicht ein Mittelweg um sowas wie “Richtlinien” durchzusetzten. Allerdings wäre dann erst mal die Frage, wer legt was fest und warum usw… ;)


  7. atxx
    Mai 11th, 2009 at 15:18

    Ein sehr gelugener Artikel :) . Ich sehe das mit den Regeln auch so, obwohl man auch noch differenzieren sollte zwischen über das Thema berichten und Contentklau :P .


  8. nastorseriessix
    Mai 11th, 2009 at 15:42

    Oh ja, Contentklau das ist auch so schönes Thema für JEDEN Blogger… :evil:


  9. Stream your World
    Mai 11th, 2009 at 19:44

    zu 1. : GEIZ ist GEIL!
    zu 2. : Jeder ist sich selbst am nächsten!
    zu 3. : siehe 2.
    zu 4. : Jeder ist scheisse, nur man selbst nicht!
    zu 5. : Immer mit dem Strom schwimmen!
    zu 6. : Nehmen ist seeliger den Geben!
    zu 7. : Was ist WhiteHat?

    grüße Steven


  10. Sebastian
    Mai 11th, 2009 at 21:02

    Ich schliesse mich da der Julia an… feste Regeln gibt es da nicht! Aber ein jeder Blogger sollte so “schreiben/bloggen” wie er es sich auch wünscht… so kann der Anfang gemacht werden, für eine neue nicht linkgeizeiende Blogosphäre!


  11. Stream your World
    Mai 11th, 2009 at 21:19

    … besteht also wieder Hoffnung?


  12. Andy
    Mai 11th, 2009 at 22:43

    Hoffnung besteht immer. Es kommt darauf an was die Leute daraus machen.


  13. Nila
    Mai 12th, 2009 at 14:14

    Gute Zusammenfassung. Bloggen sollte auch wie im realen Leben ein “höfliches Miteinander sein.” Doch leider sind immer wieder schwarze Schafe zu finden. So konnte ich schon permanentes Blogmobbing beobachten. Linkgeiz ist wohl auch ein Thema, das in letzter Zeit auf vielen Blogs angesprochen wird. Gerade in der SEO-Szene ist dies sehr gut zu beobachten. Contentklau war ich selber schon betroffen. Unschöne und lästige Sache.
    Wie gesagt: höfliches Miteinander …… ;)


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