Im Leben geht es ja oft darum, sich selbst zu finden. Die Frage, die ich mir dabei stelle ist: Inwiefern kann eine solche Selbstfindung sinnvoll fürs Bloggen sein? Das heißt: Welche Vorteile kann man beim Bloggen daraus ziehen, wenn man über sich selbst im Klaren ist?
Was ist Selbstfindung eigentlich?
Den Begriff “Selbstfindung” hat wohl jeder schon einmal gehört. Aber was genau er bedeutet, weiß wohl keiner genau. Daher werde ich ihn an dieser Stelle einmal kurz und schmerzlos definieren:
Der Begriff “Selbstindung” stammt aus der Entwicklungspsychologie. Der Startpunkt des Selbstfindungsprozesses ist in der Regel die Pubertät, bei der man beginnt sich selbst zu hinterfragen. Ziel dieses Prozesses ist es:
- Sich über seine Eigenheiten klar zu werden
- Seine Ziele im Leben zu definieren
Dieser Prozess findet meist in einer Abgrenzung zur Gesellschaft statt. Man kann die Selbstfindung differenzieren in:
- Materielle Selbstfindung: Wie wichtig sind weltliche Besitztümer?
- Soziale Selbstfindung: Welcher Gesellschaftsschicht ordnet man sich zu? Zu welcher möchte man gehören?
- Geistige Selbstfindung: Welche Lebenseinstellung, welche Prinzipien entwickelt man?
Das Endziel dieses Prozesses ist die Selbstverwirklichung. Wenn man weiß, wie man selber tickt, kann man selbst seine Schwächen zu seinem Vorteil nutzen und seine Ziele in die Tat umsetzen. Ein dazu sehr gut passendes Zitat gibt es von Friedrich Nietzsche aus “Also sprach Zarathustra” (1883-1885):
Habe ich – noch ein Ziel? Einen Hafen, nach dem mein Segel läuft? Einen guten Wind? Ach, nur wer weiss, wohin er fährt, weiss auch, welcher Wind gut und sein Fahrwind ist.
Dieses Zitat besagt im Grunde genau das, was ich eben angesprochen habe: Wer seine eigenen Ziele nicht kennt, kann auch nicht auf diese hinarbeiten.
Wo liegen die Anwendungen im Bloggen?
Jedem dürfte wohl klar sein, dass die Selbstfindung eine extrem wichtige Rolle für jeden spielt. Doch wo liegen die Anwendungen im Bloggen?
- Man kennt seine Ziele: dies ermöglicht ein zielgerichteteres, ambitionierteres Arbeiten. Möchte man profesioneller Blogger werden? Dann sollte man auch alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen! Man kann dann alles in Bewegung setzen, um alle Hürden zu überwinden, die noch von der Erfüllung der eigenen Wünsche trennen.
Durch die Kenntnis über die eigenen Ziele ist es zudem möglich Präferenzen zu setzen: Dies ermöglicht beispielsweise ein besseres Zeitmanagement beim Bloggen. Es spielt also eine wichtige Rolle, die Bedeutungen von verschiedenen Aktivitäten Aktivitäten abzustufen. Je nach dem muss man der jeweiligen Aktivität mehr oder weniger Zeit widmen. - Man kennt seine Stärken und Schwächen: Durch Hervorheben der eigenen Stärken lässt sich beim Bloggen viel erreichen. Kann man gut mit anderen kommunizieren, kann man dies nutzen, um Beziehungen mit anderen Blogs aufzubauen. Ist man in der Lage komplexe Zusammenhänge zu verstehen, kann man dies nutzen, um entsprechene Artikel zu schreiben. Doch auch das Wissen über die eigenen Schwächen ist wichtig: Man kann versuchen, diese auszubügeln und sich selbst zu verbessern. Man sollte jedoch seine Schwächen nicht überspielen, sondern sie sich und anderen eingestehen: Nur dann kann man das Beste daraus machen. Gerade bei Zusammenarbeit mit anderen Bloggern spielt dies eine wichtige Rolle. Jeder sollte das machen, was er am besten kann.
- Lebenseinstellung: Wenn man für sich selbst eine gewisse Lebenseinstellung gefunden hat, ermöglicht dies das Beurteilen von Zusammenhängen aus der eigenen Perspektive. Dadurch kann man verstärkt seine eigene Meinung in den Blog einbringen. Dies verbessert den Wiedererkennungswert des Blogs und hebt ihn von der Masse ab. Viele Leute heutzutage sind sehr indifferent: eine ausgeprägte eigene Meinung kann daher ein wichtiges Qualitätskriterium für einen Blog sein.
- Erkenntnisse über die Gesellschaft: Bei der Selbstfindung kommt man nicht daran vorbei, sich mit der Gesellschaft zu beschäftigen. Durch eine intensive Beschäftigung mit den aktuellen gesellschatlichen Verhältnissen kann einem viel über den Menschen an sich klar werden. Diese kann gerade in Bereichen wie Marketing, User-Betreuung, Themenwahl und Design sehr nützlich sein.
- Bedeutung von materiellen Gütern: Sollte man die Monetarisierung des eigenen Blogs in Erwägung ziehen? Oder spielt Geld eine untergeordnete Rolle?
Wie wichtig findet ihr Selbstfindung allgemein? Könnt ihr euch noch weitere Nutzen des Selbstfindungsprozesses für’s Bloggen vorstellen?
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Mai 4th, 2009 at 14:20
Hallo Ihr,
offenbar gibt es tatsächlich etwas so ähnliches wie Gedankenübertragung?
Ich habe fast zeitgleich einen ähnlichen Artikel zum Thema geschrieben, jedoch mit etwas anderem Ansatz:
http://impuls2008.wordpress.com/2009/05/04/mehr-oder-weniger-geeignete-intensionen-fur-blogger/
Im Kern treffen sich jedoch die recht unterschiedlichen Überlegungen dazu
Mai 4th, 2009 at 16:43
In einem Blog soll man sich nicht öffentlich prostituieren.
Sowas hasse ich! Es interessiert mich gar nicht was die Person gester, und vorgestern und vor zwei Stunden gemacht hat.
Mai 5th, 2009 at 23:22
Super Artikel impuls
Wusste vorher zum Beispiel nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen Intention und Intension! Bezüglich der Veröffentlichungszeiten: muss wohl Mentalmagie im Spiel gewesen sein *g*