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Wolfram Alpha – kein Google-Killer!

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Wolfram Alpha   kein Google Killer!

Bild von Home Biss

Die neue Suchmaschine von Wolfram, Wolfram Alpha, ist vor Kurzem an den Start gegangen. Aufgrund ihres modernen Ansatzes kam sie schnell zu großer Bekanntheit und wurde als womöglicher Google-Killer angesehen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Bei Wolfram Alpha handelt es sich nämlich nicht um eine typische Suchmaschine.

Was macht den Unterschied aus?

Die Funktionsweise von herkömmlichen Suchmaschinen wie Google, ist grundsätzlich unterschiedlich zur Funktionsweise von Wolfram Alpha. Im Grunde ist die Bezeichnung “Suchmaschine” für Wolfram Alpha falsch. Denn Suchmaschinenen, bezogen auf das WWW, durchsuchen dieses nach Informationen. Dabei werden sogenannte Bots genutzt, welche die Seiten durchsuchen. Erst wenn eine Seite gecrawled worden ist, wird sie in den Suchindex aufgenommen. Google speichert beispielsweise über diese Bots einen Snapshot der jeweiligen Seite, welcher als Cache über die Suchergebniss-Seiten ansteuerbar ist.

Des Weiteren werden relevante Informationen, wie zum Beispiel die Inhalte von Title-Tags, aus dem HTML-Code herausgelesen und dem User auf übersichtliche Art und Weise präsentiert. Es werden jedoch keine komplexen Informationen über die jeweiligen Seiten und deren Inhalte gespeichert. Die Informationen werden also prinzipiell nicht weiter verarbeitet.

Wolfram Alpha – ein Ausreißer aus der Masse

Bei Wolfram Alpha ist dies vollkommen anders. Anstatt das Web auf Inhalte zu durchsuchen, werden hier die Ergebnisse direkt aus einem internen Datenbestand generiert. Es handelt sich also nicht um eine Suche im WWW, wie es beispielsweise bei Google der Fall ist. Stattdessen versucht Wolfram Alpha über geschickte Algorithmen herauszubekommen, was der User mit seiner Eingabe ausdrücken möchte und sucht dann in seinen internen Datenbeständen oder durch Anwenden weiterer Algorithmen nach einer Antwort auf die gestellte Frage.

Einige Beispiele

Wie ist denn gerade das Wetter so?

Um den Unterschied klar zu machen, eignen sich Beispiele sehr gut. Für die Suche bei Google nach “Weather in Germany” erhält man – was ich zunächst nicht vermutet hätte – eine kleine Auflistung über Wetterinformationen der nächsten Tage. Daraufhin folgen die normalen Suchergebnisse. Wolfram Alpha liefert für diese Suchanfrage direkt eine Seite mit sehr ausführlichen Informationen mit aktuellen und historischen Daten zum Wetter, sowie weitere graphische Darstellungen.

Michael Phelps… wer ist das denn?

Sucht man bei Google nach “who is michael phelps” erhält man als erstes Ergebnis den Link zur Wikipedia Seite über Michael Phelps, dem amerikanischen Schwimmer, sowie weitere relevante Suchergebnisse. Bei Wolfram Alpha hingegen erhält man eine Seite, bei der direkt persönliche Daten von Michael Phelps, wie Name und Geburtstag, angezeigt werden.

arcsin(1) – pi = ???

Möchte man bei Google mathematische Berechnungen anstellen funktioniert dies in der Regel ziemlich gut. Google kann beispielsweise sogar mit Funktionen wie Sinus, Cosinus, Fakultät und Ähnlichem umgehen, was schon recht umfangreich ist. Wer jedoch Integrale berechnen möchte, wird daran bei Google scheitern. Bei Wolfram Alpha ist dies kein Problem. Schließlich stecken hinter Wolfram Alpha die selben Entwickler, wie hinter Mathematica, einem bekanntem Programm für mathematische Berechnungen. Daher ähnelt der Aufbau von Wolfram Alpha in vielerlei Hinsicht dem Aufbau von Mathema intica. Aufgrund dieser Tatsache sind viele Features davon in Wolfram Alpha enthalten, so dass sogar komplexe Berechnungen möglich sind. Taschenrechner ade!

Für wen lohnt sich Wolfram Alpha?

Um die Frage danach zu beantworten, für welche Personen sich Wolfram Alpha lohnt, zu beantworten, muss man die Funktionalitäten der Suchmaschine betrachten.

Was spricht für Wolfram?

  1. Komplexe Mathematische Berechnungen sind möglich.
  2. Es werden konkrete Antworten auf Fragen geliefert.
  3. Die Nutzerfreundlichkeit ist sehr gut, da man fast nichts selber machen muss.
  4. Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zu einem Thema.

Was spricht gegen Wolfram?

  1. Auf viele Fragen gibt es bis jetzt noch keine Antworten.
  2. Geringer Informationsgehalt: Nur eine begrenzte Menge an Informationen wird dargestellt.
  3. Die Beantwortung einer Anfrage kann recht lange dauern.
  4. Treffergenauigkeit: Nicht immer wird das dargestellt, was man haben möchte.
  5. Keine Verifizierbarkeit: Woher kann man wissen, dass die dargestellten Daten stimmen?
  6. Nichts für Deutsche: Die Suchmaschine basiert bis jetzt nur auf Englisch. Daher sollte man von der Nutzung absehen, wenn man die Sprache nicht beherrscht.

Wie man sehen kann gibt es einige Punkte, bei denen Wolfram Alpha nicht sehr gut abschneidet. Man sollte jedoch auch bedenken, dass die Suchmaschine gerade erst auf den Markt gekommen ist. Insofern gilt: abwarten und Tee trinken. Auch Google war anfangs nicht gerade perfekt.

Dennoch lässt sich absehen, für wen Wolfram Alpha empfehlenswert ist: Wolfram Alpha ist für all diejenigen interessant, die konkrete Informationen zu einem Thema suchen. Daher eignet sich die Suchmaschine auch ausgezeichnet für das Lösen von mathematischen Gleichungen. Dabei dürfte das Konzept von Wolfram Alpha vor allem Leuten, die sich nicht so gut mit dem WWW auskennen, gefallen. Denn um Google effektiv zu nutzen zu können, bedarf es einer gewissen Expertise. Schließlich spielt die Suchanfrage an sich eine wichtige Rolle, sowie das Durchsuchen der Suchergebnisse.

And the winner is Google?

Was spricht  für Google?

  1. Google liefert zu fast jeder Suchanfrage ein Ergebnis.
  2. Als Informationsquelle dient das gesammte Web, die Fülle an Informationen ist daher nahezu unendlich groß.
  3. Suchanfragen werden extrem schnell verarbeitet.
  4. Algorithmisch ist Google schon sehr ausgereift: In der Regel sind die gelieferten Ergebnisse themenrelevant.
  5. Jeder kann nachvollziehen, woher die Informationen, die auf einer SERP angezeigt werden, stammen. Nämlich von den jeweiligen Seiten.
  6. International bewährt: Sehr viele Länder haben ihre eigene Google-Version. Dadurch ist Google nahezu universell nutzbar.
  7. Geht bereits über die Features einer normalen Suchmaschine hinaus und zeigt komplementäre Informationen, wie Wetter, Börseninformationen, Umrechnungen, undsoweiter an.

Und was ist an Google nicht so gut?

  1. Daten sind verifzierbar, aber der User muss die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Seiten selbst einstufen.
  2. Qualität der Suchergebnisse kann variieren: Der Nutzer muss den Informationsgehalt selbst einstufen.
  3. Zensur: Google blockiert in vielen Ländern gewisse Suchresultate. In Deutschland sind es beispielsweise nationalsozialistische Inhalte, während es in China beispielsweise regimekritischer Content ist.
  4. Monopolstellung: Google ist sehr mächtig und es besteht somit ein starkes Schädigungspotential.

Google wird sich meiner Meinung nach als Standard-Suchmaschine – zumindest im Moment – bewähren. Denn schließlich ist hier der Informationsgehalt durch die Fülle an Informationen aus dem gesamten Netz einfach größer. Suchmaschinen in der Form von Wolfram Alpha könnten jedoch in der Zukunft stark an Bedeutung gewinnen, wenn sie ausgereifter sind. Denn wenn es ein System gibt, dass auf jede Frage die passende Antwort parat hat, wäre dies wirklich die perfekte Suchmaschine. Leider sehe ich diese perfekte Suchmaschine noch nicht in Wolfram Alpha. Dafür sind die dargestellten Informationen oft einfach nicht umfangreich genug, beziehungsweise gehen am Thema vorbei. Wolfram Alpha ist also kein Google-Killer. Ich sehe jedoch ein großes Potential für die Zukunft.

Dies ist aber nur meine Sicht als erfahrener PC- und Internetnutzer. Gerade Neulinge in diesem Bereich, könnten dies komplett anders sehen. Denn bei der Nutzung der Google-Suche ist der Aufwand für den Enduser definitiv höher, wenn er nicht weiß, wie er am geschicktesten Suchanfragen stellt und Inhalte nach Relevanz filtert.

Eure Meinung ist gefragt!

Habt ihr Wolfram Alpha schon ausprobiert? Wie fandet ihr die Ergebnisse? Wer gewinnt: Google oder Wolfram?

Könnt ihr es euch in Zukunft vorstellen, dass Google zugrunde geht und es nur noch Suchmaschinen gibt, die konkrete Antworten auf gestellte Fragen liefern? Inwiefern ist es möglich, dass Google mit der Zeit geht und sich ein bisschen an die Funktionsweise von Wolfram Alpha anpasst, um dem Projekt den Wind aus den Segeln zu nehmen?

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18.Mai.2009, Autor: Matze 
Tags: alpha, antworten, fragen, gefahr, google, ḱiller, konkurrenz, marktanteil, modern, monopol, neu, suche, suchmaschine, wolfram

6 Antworten to “Wolfram Alpha – kein Google-Killer!”

  1. netbuzzr
    Mai 18th, 2009 at 07:32

    Also ich bin momentan auch noch etwas skeptisch gegenüber Wolfram Alpha obwohl es schon einige Abfragen gibt, die erstaunlich gute Ergebnisse liefern. Zum Thema der GEschwindigkeit muss man bedenken, dass der momentane Ansturm sicherlich groß ist und die Server stark belasten. Denke mal da wird man in Zukunft nachrüsten. Der Punkt “Keine Verifizierbarkeit” ist nicht ganz richtig. Es ist sogar umgekehrt. So wie ich es recherchiert habe ist es gerade der Vorteil von Wolfram Alpha, dass der Datenbestand von ausgewählten Quellen stammt, die von einer Gruppe von Experten ausgewählt wurden. ICh würde also deren Wahrheitsgehalt schon als ziemlich hoch einstufen. Man muss natürlich noch etwas abwarten in wie weit sich das noch entwickelt. Der Riesen Hype hat natürlich dafür gesorgt, dass sehr hohe Erwartungen geschürrt wurden.


  2. Mea Culpa
    Mai 18th, 2009 at 08:02

    Ich habe Wolfram Alpha gestern ausprobiert und denke, dass es auch für Webseiten-Betreiber interessant sein/werden könnte. Ich könnt ja einfach mal nach eurem Domain-Namen suchen und gucken, was so ausgespuckt wird. Mit ein wenig mehr Arbeit in diesem Bereich könnten da durchaus ein paar interessante Statistiken entstehen.

    Interessant ist übrigens, dass WolframAlpha anscheinend nur eine Testumgebung für das kommerzielle Produkt “Wolfram Mathematica” ist.


  3. Hannes Schurig
    Mai 18th, 2009 at 11:54

    Ich habe WolframAlpha heute früh auch angetestet und bleibe weiterhin skeptisch. Die Engine brauch unbedingt mehr Daten und etwas Überarbeitung. Dann könnte es zur guten Google-Unterstützung werden.

    Nach der Homepage zu suchen ist allerdings mal richtig geil. Das kann in Zukunft tatsächlich sehr interessant für Webmaster werden.

    Mein Test:
    “erste WolframAlpha Tests eher negativ”


  4. Oli
    Mai 18th, 2009 at 15:03

    Ich sehe die Sache auch eher skeptisch. WolframAlpha ist vielleicht bei konkreten Fragen hilfreich, aber der große Wurf ist es nicht. Vorallem taugt die SM nicht als Google-Killer…


  5. Matze
    Mai 18th, 2009 at 16:19

    @netbuzzr: Das mit der Verifizierbarkeit kann man so oder so sehen. Ich finde, dass es eher ein Nachteil ist, dass man als User nicht ins Backend einsehen kann und so nicht wissen kann woher die Informationen stammen. Bei Google ist das natürlich im Prinzip dasselbe: Man weiß bei keiner Webseite, die angezeigt wird, ob die Daten korekt sind oder woher sie stammen. Da hat dann vielleicht Wolfram sogar einen Vorteil in Sachen Korrektheit. Allerdings ist eine Fälschung von Informationen durch Google an dieser Stelle nicht möglich, da lediglich Seiten verlinkt werden. Bei Wolfram Alpha stammen alle Daten aus einer Hand, was eine Möglichkeit zur Manipulation geben könnte. Das wäre natürlich nur ein Schreckenszenario, ist aber durchaus denkbar :)


  6. Schocker Blogger
    Mai 25th, 2009 at 11:42

    Für mich überwiegen die Nachteile um Vielfaches die Vorteile. Bisher konnte mir Wolfram Alpha noch keine Frage richtig beantworten. Sogar zu der Frage, ob Wolfram Alpha gay sei, kam nur “Additional functionality for this topic is under development…” zurück.

    Tolle Wurst sag ich da!


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